Die Weichen für die Stromzukunft jetzt stellen

Resolution der AVES AARGAU, beschlossen an der Generalversammlung im Juni 2007 

Die Aargauer Sektion der AKTION FÜR EINE VERNÜNFTIGE ENERGIEPOLITIK SCHWEIZ (AVES Aargau) fordert die Planung konkreter Massnahmen zur Schliessung der Stromlücke. Sie befürwortet den Bau neuer Kernkraftwerke und bevorzugt dabei bisherige Standorte. Die Planungsverfahren dürfen dabei nicht unnötig verzögert werden; der Rechtssicherheit ist besondere Bedeutung beizumessen. Heute besteht die heimische Stromproduktion hauptsächlich aus einem CO2-freien Mix aus Wasserkraft und Kernenergie. Weil der Strombedarf in der Schweiz tendenziell steigt, die Wasserkraft hierzulande nicht mehr wesentlich ausgebaut werden kann, die bestehenden Kernkraftwerke in absehbarer Zeit vom Netz gehen und wichtige Stromimport-Verträge mit dem Ausland auslaufen, ist in naher Zukunft eine Stromversorgungslücke absehbar. Eine ungenügende Stromversorgung kann in einer hoch entwickelten Gesellschaft nicht hingenommen werden: Gesellschaft und Wirtschaft sind auf eine funktionierende Energieversorgung angewiesen. Eine Gefährdung bedeutet nichts anderes, als unseren Lebensstandard zu beeinträchtigen und unserer wirtschaftlichen Entwicklung zu schaden. Weil die Energieversorgung viel Kapital benötigt, die Planung neuer Anlagen lange dauert und die demokratischen Verfahren viel Zeit beanspruchen, muss mit der Planung für die nächsten Jahrzehnte jetzt begonnen werden. Dabei ist von einer realistischen Entwicklung auszugehen: Auch in Zukunft wird elektrischer Strom eine der Pulsadern von Gesellschaft und Wirtschaft bilden; er muss zu jeder Zeit in der benötigten Qualität und Quantität zur Verfügung stehen. Die Stabilität der Netze darf nicht gefährdet werden. Neben einem Ausbau der marktfähigen erneuerbaren Energien und der Verbesserung der Energieeffizienz kann die Schweiz in den nächsten Jahrzehnten nicht auf die Kernkraft verzichten. Unser bewährter Mix aus Wasserkraft und Kernenergie ist für Europa mehr denn je wegweisend. Der Bau von Öl-, Kohle- oder Gaskraftwerke steht hingegen im Widerspruch zur Schweizer Klimapolitik. Die Suche nach neuen Standorten in der Schweiz ist schwierig. Hingegen sind Behörden und Bevölkerung an den bisherigen Standorten gut über die Vor- und Nachteile von Kernanlagen informiert. Es kann mit einer grundsätzlichen Akzeptanz für neue Kernenergie-Projekte gerechnet werden. Auch technisch macht die Wahl solcher Standorte Sinn: Vorhandene Infrastruktur und personelle Ressourcen können genutzt und weiter entwickelt werden. Um die Mitwirkungsrechte der politischen Akteure - vor allem des Volkes - zu wahren, ist eine Volksabstimmung über die Rahmenbedingungen neuer Kernkraftwerke bis ins Jahr 2012 anzustreben. Eine Straffung der Bewilligungsprozedere kann das Verfahren vereinfachen und Transparenz sowie Planungssicherheit für Bevölkerung, politische Behörden und Stromwirtschaft erhöhen Die Stromwirtschaft ist aufgerufen, ihre Verantwortung zugunsten der künftigen Versorgungssicherheit wahrzunehmen. Mit der Schaffung von klaren Bedingungen zur Planung eines neuen Kernkraftwerks kommt auch dem Kanton Aargau energiepolitische Verantwortung zu. Erste Schritte zu ihrer Wahrnehmung sind erkennbar und werden von der AVES Aargau ausdrücklich begrüsst.  

Weitere Auskünfte: 

Grossrat Walter Forrer, Präsident (078 / 767 31 42, walter.forrer@bluewin.ch)

Franz Wallimann, Leitender Auschuss (056 / 281 19 17)

Reto Müller, Leitender Ausschuss (076 / 417 77 74)

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